Welche Steuervorteile gibt es für Elektroautos?

Um den Verkauf von Elektroautos anzukurbeln sind in den letzten Jahren unter anderem auch im Steuerrecht Anreize, wie Steuervorteile, geschaffen worden. Wir haben für Sie die in Österreich aktuell geltenden steuerlichen Begünstigungen für Unternehmen zusammengefasst.

Vorsteuerabzug bei Elektro-PKWs

Grundsätzlich kann ein Unternehmer für die Anschaffung und den Betrieb von PKWs keinen Vorsteuerabzug in Anspruch nehmen. Dies gilt unabhängig davon, in welchem Ausmaß der PKW für das Unternehmen genutzt wird. Auch bei ausschließlicher Nutzung im Unternehmen steht per Gesetz somit kein Vorsteuerabzug zu. Ausgenommen hiervon waren und sind sogenannte Fiskal-LKWs (z. B. VW Sharan, Ford Galaxy, Mercedes Vito). Dies sind Fahrzeuge, die laut Definition des Finanzministeriums nicht als PKW gelten.

Seit Jänner 2016 ist es möglich für betrieblich verwendete Elektrofahrzeuge einen Vorsteuerabzug zu beanspruchen. Darunter fallen beispielsweise reine Elektrofahrzeuge. Hybridfahrzeuge, die sowohl mit Elektromotor als auch mit Verbrennungsmotor angetrieben werden, sind nicht begünstigt. Folgende Besonderheiten sind zu beachten:

  • Für den Vorsteuerabzug ist die ertragssteuerliche Angemessenheitsgrenze bei der Anschaffung von Personen- und Kombinationskraftwagen zu beachten. Die Angemessenheitsgrenze beträgt derzeit € 40.000,- (inkl. USt).
  • Übersteigen die Anschaffungskosten € 40.000,- nicht, steht der Vorsteuerabzug nach den allgemeinen Vorschriften (uneingeschränkt) zu.
  • Übersteigen die Anschaffungskosten die Angemessenheitsgrenze um mehr als 100 %, d.h. sie sind höher als € 80.000,-, steht kein Vorsteuerabzug zu.
  • Betragen die Anschaffungskosten zwischen € 40.000,- und € 80.000,- steht der Vorsteuerabzug nach den allgemeinen Vorschriften ebenfalls uneingeschränkt zu. Der Vorsteuerabzug ist allerdings durch eine Eigenverbrauchsbesteuerung insoweit zu neutralisieren, als die tatsächlichen Anschaffungskosten die angemessenen übersteigen (Luxustangente).

Sachbezug

In der Sachbezugswerte-Verordnung ist festgeschrieben, dass der Sachbezug von Neufahrzeugen 2 % vom Brutto-Kaufpreis beträgt (bis 31.12.2015 1,5 %).  Der Sachbezug ist mit einem Höchstbetrag von € 960 pro Monat begrenzt. Allerdings gibt es von dieser Grundregel Ausnahmen. Bei Fahrzeugen mit einem Co2-Ausstoß von bis zu 124 g/km (Stand 2018) bleibt der Sachbezug bei 1,5 % der Anschaffungskosten, die Co2-Ausstoß-Menge fällt jährlich bis 2020 um jeweils 3 g/km pro Jahr ab.

Bei PKWs mit Elektromotoren fällt kein Sachbezug an. In diesem Fall steht bei dienstlicher Verwendung auch ein Vorsteuerabzug zu. Liegt der Anschaffungspreis eines E-Fahrzeuges über € 80.000, entfällt aber die Möglichkeit zum Vorsteuerabzug zur Gänze. Bei Anschaffungskosten zwischen € 40.000 und € 80.000 erfolgt der Vorsteuerabzug anteilsmäßig.

NoVA und Versicherungssteuer

Reine Elektrofahrzeuge sind sowohl von der Normverbrauchsabgabe als auch von der motorbezogenen Versicherungssteuer ausgenommen. Fahrzeuge mit Elektro- und Verbrennungsmotor, sogenannte Plug-In-Hybride, sind bei der motorbezogenen Versicherungssteuer nur für den verbrennungsmotorischen Anteil steuerpflichtig.